Der Amazon-Algorithmus entschlüsselt

Aktualisiert: Feb 26

Mit 125,6 Milliarden Dollar Brutto-Warenumsatz im vierten Quartal 2020 ist Amazon der mit Abstand größte E-Commerce-Riese der Welt. Darüber hinaus hat sich Amazon in den letzten Jahren auch zur weltweit führenden Produktsuchmaschine entwickelt. Bereits 72 % der Käufer in den USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich nutzen Amazon, um Produkte zu finden. Dabei gaben an, dass 56 % der Käufer die Produktsuche sogar auf Amazon beginnen und sich erst danach auf anderen Plattformen umsehen.



Aus der Sicht von Marken und Herstellern ist es daher äußerst relevant, die Sichtbarkeit ihrer Produkte auf Amazon sicherzustellen. Jedoch stellt sich an diesem Punkt die Frage, wie Marken tatsächlich ihre Sichtbarkeit in den Suchergebnissen beeinflussen können.


Die Antwort hängt mit dem Verständnis des zugrunde liegenden Algorithmus der Amazon-Suche zusammen. Der Amazon A9-Algorithmus entscheidet, welche Produkte in welcher Reihenfolge für eine bestimmte Suchanfrage angezeigt werden. Natürlich gibt Amazon nicht die volle Funktionsweise des Algorithmuses öffentlich bekannt, aber eine Vielzahl an Quellen sind sich über seinen Mechanismus einig.


Ganz allgemein ist der Algorithmus bestrebt die Kaufwahrscheinlichkeit zu erhöhen, indem folgende Metriken berücksichtigt werden:

  • Relevanz der Produkte

  • Produktverfügbarkeit

  • Preis

  • Verkaufsleistung

Wie können Marken diese Faktoren also kontrollieren?


Relevanz der Produkte


In der Amazon-Welt erreichen Produkte eine Text-Match-Relevanz, wenn ihre Titel, Aufzählungspunkte und Produktbeschreibungen für den Suchmaschinen-Algorithmus optimiert sind und mit den Suchbegriffen übereinstimmen, die der Kunden tatsächlich in der Suchanfrage verwendet. Je höher die Übereinstimmung mit den Suchanfragen der Kunden (Text-Match-Relevanz), desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für ein höheres Ranking.


Produktverfügbarkeit


Das Hauptanliegen von Amazon ist der Verkauf und die Schaffung eines hohen Erlebnisses für den Endkunden. Wenn der Kunde das Produkt nicht kaufen kann, weil es nicht auf Lager ist, kann das Ranking sinken oder sogar verschwinden.

Weiterführend ranken Produkte, die stetig vorrätig sind, besser als Produkte, die unregelmäßig auf Lager sind. Daher sollte ein Lagerbestand immer entsprechend geplant werden, insbesondere unter Berücksichtigung von Shopping-Events und Marketingkampagnen.


Preis


Wie bereits erwähnt steht das Kundenerlebnis bei Amazon im Fokus. Eng damit verbunden ist die Preisbildung. Amazon wird deshalb darauf achten, dass der Preis zu dem durchschnittlichen Preis in der Produktkategorie passt. Dieser Faktor wird in der Bildung des Rankings berücksichtigt. Dennoch können Markenhersteller einen Preisaufschlag ihrer Produkte durch eine bessere Verkaufsleistung kompensieren.


Verkaufsleistung


Amazon legt Wert auf einen schnellen Warenfluss bzw. eine hohe Verkaufsgeschwindigkeit. Das bedeutet, dass es neben der Verwendung der richtigen Keywords, der richtigen Menge an Lagerbeständen und einem wettbewerbsfähigen Preis ebenfalls relevant ist, die Produktlistung für die Konversion zu optimieren. Damit ist vor allem die Darstellung des Produktes inkl. der Bullet Points und Beschreibung gemeint. Durch den Kaufabschluss aufgrund der Konversionsoptimierung ist dieser Prozess in sich geschlossen.


Neben den genannten Stellschrauben gibt es natürlich weitere Faktoren, die indirekt das Ranking beeinflussen. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem:


Bewertungen: Mehr Bewertungen und eine höhere Bewertungszahl führen zu einem höheren Ranking. Auch der Inhalt und die Position der Bewertungen innerhalb des Listings haben einen Einfluss auf die Conversion Rate und damit auch auf das Ranking.


FAQs: Durch beantwortete FAQs sehen Kunden ein höheres Verkäuferengagement und erhalten außerdem Antworten auf relevante Fragen. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit ein Produkt zu kaufen.


Erfüllungsgrad: Dem Kunden eine schnelle Lieferung möglichst ohne weitere Kosten anzubieten, ist sehr wichtig für das Ranking. Diese Option wird mit dem sogenannten "Prime"-Label ausgezeichnet, was ebenfalls die Sichtbarkeit des Produkts fördert.


Bilder: Qualitativ gute und aussagekräftige Bilder sind ein Muss für die Produktlistung auf Amazon. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass der Algorithmus Wert darauf legt, dass ein positives Produktlisting mindestens 5 Bilder enthält.


Zusätzlicher Markeninhalt (A+ Content oder Brand Story): Zusätzliche Inhalte wie der A+ Content helfen dabei, eine Storyline aufzubauen und das Markenimage zu positionieren. Somit wird ebenfalls die Conversion Rate gesteigert.


Werbung und Promotions: Werbung ist eine der wirkungsvollsten Methoden, um die Produktverkäufe und damit das Ranking zu steigern. Hierbei bestehen eine Vielzahl von Möglichkeiten je nachdem welche Strategie verfolgt werden soll.


Fazit


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Funktionsweise des A9-Algorithmus von Amazon hochkomplex ist, bei dem eine Vielzahl von Faktoren und Variablen von Bedeutung sind. Das Verständnis der Funktionsweise des Algorithmus ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Die lässt sich beispielsweise am stetigen Wachstum vieler bisher unbekannter Direct-to-Consumer-Marken beobachten.

Amazon ist ein dynamischer Marktplatz und die Strukturen im E-Commerce sind ständiger Anpassungen und veränderten Umgebungen ausgesetzt. Aus diesem Grund passt Amazon auch seinen Algorithmus kontinuierlich an. Die erfolgreichen Marken von morgen verstehen jedoch die Wichtigkeit dieser Disziplin und werden auch in Zukunft die Kontrolle behalten.






Über eBazaaris

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Bildquelle: Sagar Soneji (Pexels)



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