Neue Amazon-Titel und Artikel-Highlights: Was sich jetzt ändert
- eBazaaris

- Jul 16
- 3 min read
Neue Amazon-Titel und Artikel-Highlights: Was sich jetzt ändert
Ab dem 27. Juli führt Amazon eine neue Titelstruktur für nahezu alle Produktkategorien ein. Künftig sind Produkttitel auf 75 Zeichen begrenzt. Ergänzt werden sie durch ein neues Feld für Artikel-Highlights, in dem zusätzliche Produktmerkmale dargestellt werden können.
Die Anpassung betrifft nicht nur neue Produkte. Auch bestehende Listings werden schrittweise auf das neue Format umgestellt, sofern Marken ihre Titel nicht selbst anpassen. Amazon stellt dafür bereits heute KI-basierte Vorschläge bereit. Für Marken stellt sich deshalb weniger die Frage, ob sie ihre Titel überarbeiten sollten, sondern wie proaktiv sie diesen Prozess gestalten möchten.
Warum Amazon die Titelstruktur verändert
Amazon verfolgt mit der Umstellung mehrere Ziele.
Zum einen sollen Produkttitel auf mobilen Endgeräten besser lesbar sein. Gleichzeitig möchte Amazon die Darstellung stärker an andere Online-Shops angleichen und überlange, schwer lesbare Titel reduzieren.
Der Produkttitel soll sich künftig auf die wichtigsten kaufentscheidenden Merkmale konzentrieren. Zusätzliche Informationen werden stattdessen in den neuen Artikel-Highlights dargestellt. Dadurch entsteht eine klarere Trennung zwischen:
• Identifikation des Produkts
• zusätzlichen Produktinformationen
Was bedeutet das für Marken?
Viele Hersteller haben ihre Amazon-Titel über Jahre immer weiter ergänzt. Wirkstoffe, Anwendungsgebiete, Zielgruppen, Produktvorteile oder Marketingbotschaften wurden häufig direkt im Titel untergebracht.
Mit der neuen Struktur verändert sich dieser Ansatz.
Die Herausforderung besteht künftig nicht mehr darin, möglichst viele Informationen unterzubringen. Vielmehr geht es darum, die wichtigsten Merkmale sinnvoll zu priorisieren. Welche Informationen in den Titel gehören und welche besser in den Artikel-Highlights platziert werden, hängt dabei immer vom jeweiligen Produkt und der Suchintention der Kunden ab.
Eine allgemeingültige Reihenfolge gibt Amazon bislang nicht vor. Auch die KI-Vorschläge unterscheiden sich teilweise deutlich zwischen ähnlichen Produkten.
Die KI übernimmt keine Optimierung
Ein Punkt wird aktuell häufig missverstanden. Amazon stellt bereits KI-generierte Titelvorschläge zur Verfügung und wird längere Titel künftig automatisch anpassen, wenn Marken selbst keine Änderungen vornehmen. Diese automatische Anpassung sollte jedoch nicht als vollständige Optimierung verstanden werden.
Nach unseren bisherigen Beobachtungen übernimmt die KI vor allem bestehende Informationen aus dem bisherigen Titel und verteilt sie auf Titel und Artikel-Highlights. Ein klar erkennbares Schema, welche Informationen priorisiert werden, lässt sich bislang nicht ableiten.
Das bedeutet auch:
Ein gut strukturierter Titel bleibt meist gut strukturiert.
Ein unübersichtlicher Titel wird durch die automatische KI-Anpassung nicht automatisch besser.
Weniger Zeichen bedeuten nicht weniger SEO
Eine häufige Sorge lautet, dass kürzere Titel automatisch schlechter gefunden werden. Diese Schlussfolgerung greift jedoch zu kurz. Mit den neuen Artikel-Highlights entsteht ein zusätzlicher Bereich für relevante Produktinformationen. Amazon selbst weist darauf hin, dass dort wichtige Merkmale und nutzenorientierte Informationen ergänzt werden können.
Entscheidend wird künftig sein, welche Informationen an welcher Stelle platziert werden. Es geht also weniger um weniger Informationen, sondern vielmehr um eine bessere Struktur.
Es wird keine perfekte Standardlösung geben
Ein weiterer Aspekt dürfte in den kommenden Monaten an Bedeutung gewinnen:
Testing.
Viele Fragestellungen lassen sich derzeit noch nicht abschließend beantworten. Zum Beispiel:
• Sollte die Packungsgröße immer im Titel stehen?
• Reichen Variantenbeziehungen bereits aus, um Größen eindeutig darzustellen?
• Welche Informationen erhöhen tatsächlich die Klickrate?
• Welche Formulierungen verbessern die Conversion?
Gerade bei Parent-Child-Varianten könnte es sinnvoll sein, einzelne Bestandteile bewusst zu testen. Eine pauschale Empfehlung wird es dafür vermutlich nicht geben.
Wie so oft auf Amazon werden Daten und kontinuierliche Optimierung entscheidend sein.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt
Auch wenn Amazon die Umstellung schrittweise automatisiert, sollten Marken das Thema nicht aufschieben. Wer seine Titel selbst überarbeitet, kann:
• die Struktur bewusst gestalten
• kaufentscheidende Informationen priorisieren
• die neuen Artikel-Highlights gezielt nutzen
• die Auswirkungen auf Klickrate und Conversion beobachten
Dadurch bleibt die Kontrolle über die Produktdarstellung bei der Marke und nicht bei einer automatischen KI-Anpassung.
Fazit
Die neue Titelstruktur ist mehr als eine formale Änderung. Sie verändert die Art und Weise, wie Informationen auf Amazon dargestellt werden. Für Marken bietet sich die Chance, Produkttitel klarer zu strukturieren und Inhalte bewusster zwischen Titel und Artikel-Highlights aufzuteilen. Gleichzeitig sollte die automatische KI-Umstellung nicht als fertige Optimierung verstanden werden. Sie kann eine erste Orientierung bieten, ersetzt jedoch keine strategische Überarbeitung der Produktdaten.
Die kommenden Monate werden zeigen, welche Strukturen sich langfristig durchsetzen. Für Marken empfiehlt es sich deshalb, die Entwicklung aktiv zu begleiten, Ergebnisse regelmäßig zu überprüfen und neue Ansätze kontinuierlich zu testen.



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